Bockshornklee: Diese Wirkungen und Anwendungen besitzen die Samen

Bockshornklee

War das Wissen um den Bockshornklee lange Zeit vergessen, erlebt es in den letzten Jahren neuen Aufschwung – zum Glück, denn in den kleinen Samen schlummern etliche Wirk- und Nährstoffe. Kurz: Es lohnt sich, die Pflanze genauer zu betrachten. Hier erfahren Sie mehr über Anwendungen und Nebenwirkungen. Am Ende verraten wir Ihnen außerdem drei Rezepte. 

Bockshornklee im Überblick 

Steckbrief

 

Wissenschaftlicher Name 

Trigonella foenum-graecum L.

Weitere Namen

Griechisches Heu, Kuhhornklee, Kuhbohnen

Familie

Hülsenfrüchtler

Herkunft

China, Indien, Ukraine, Mittelmeergebiet, wächst auch in Deutschland als Wildpflanze 

Medizinisch relevante Inhaltsstoffe

Schleimstoffe, Steroidsaponine, Bitterstoffe, Soloton

Anwendung

Blätter und Samen, innerlich und äußerlich 

Wirkung laut Kommission E

Verwendung bei Appetitlosigkeit und lokalen Entzündungen

Herkunft und Verbreitung der Heilpflanze 

Bockshornklee kommt ursprünglich aus dem persischen Raum – hier wurden die Blätter und Samen bereits im Antiken Ägypten zum Würzen von Speisen und als Heilmittel genutzt. Im 9. Jahrhundert brachte Karl der Große die Pflanze schließlich nach Europa. Mittlerweile wächst sie im Süden Europas, Afrika, Indien, China, Australien und im Nahen Osten.

Geschichte: Von der Eisenzeit in die Gegenwart 

Die Geschichte des Bockhornklees reicht viele Jahrhunderte zurück – archäologische Spuren zeigen, dass er schon in der Eisenzeit (ab 900 v. Chr.) verwendet wurde. Nachdem die alten Ägypter ihn am Nil anbauten, fand er über die altgriechische und römische Medizin seinen Weg ins Abendland. Schließlich ordnete Karl der Große den Anbau von Bockshornklee an – weil er von der kleinen Pflanze derart begeistert war.

Später nutzte Hildegard von Bingen den Klee für Heilanwendungen und der Prophet Mohammed soll gesagt haben: „Wenn meine Leute wüssten, wieviel Heilkraft im Bockshornklee enthalten ist, dann würden sie ihn kaufen und sein Gewicht in Gold aufwiegen.“ Trotzdem geriet das Wissen um die Pflanze in Vergessenheit – bis Sebastian Kneipp es in der Neuzeit wiederbelebte. 

Aussehen: Was die Pflanze mit Ziegenböcken gemeinsam hat 

Bockshornklee erreicht eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern. Die Blätter der Pflanze erinnern an gewöhnlichen Wiesenklee, sind aber etwas länger. Seinen Namen hat der Bockshornklee durch die hornförmigen Hülsenfrüchte bekommen. In ihnen verstecken sich 10 bis 20 Samen, welche der Pflanze zur Fortpflanzung dienen – und in denen allerlei Nährstoffe schlummern. 

Welche Inhaltsstoffe stecken im Bockshornklee?

Bockshornklee gilt vor allem als Heilpflanze – dabei können die Blätter und Samen noch viel mehr: Sie sind wahre Nährstoffbomben und runden jeden Speiseplan optimal ab. 

  • Mineralstoffe: Bockshornklee schenkt Ihnen große Mengen Calcium, Kalium, Magnesium, Schwefel und Phosphor – eine wertvolle Vitalmischung, deren einzelne Inhaltsstoffe für zahlreichen Körperfunktionen eine Rolle spielen. 
  • Spurenelemente: In jedem Gramm der Pflanze finden wir Eisen, Zink, Kupfer und Mangan. Allesamt Stoffe, die auf unterschiedliche Weise zu unserer Gesundheit beitragen. 
  • Vitamine: Bockshornklee ist vor allem reich an Vitamin C und acht B-Vitaminen inklusive Biotin und Folsäure. Hier finden wir sogar B12 – ob es für den Menschen verwertbar ist, muss jedoch wissenschaftlich geklärt werden. 
  • Aminosäuren: 100 Gramm Bockshornklee enthalten zirka 12 Milligramm essentielle Aminosäuren. Aus Aminosäuren stellt unser Körper verschiedenste Proteine her – angefangen von Strukturproteinen, bis hin zu Enzymen und Hormonen. 
  • Fettsäuren: Wer von „gesunden Fetten“ spricht, meint damit einfach und vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren – beide stecken reichlich in der kleinen Pflanze und runden ihr Nährstoffprofil perfekt ab. 
  • Bitterstoffe: Die Bitterstoffe verleihen den kleinen Samen ihren herben Geschmack. In unserer westlichen Ernährung sind Bitterstoffe beinahe verschwunden – dabei sind sie besonders gesund und gehören deswegen auf jeden Speiseplan. 
  • Schleimstoffe: Pflanzliche Schleimstoffe legen sich wohltuend über gereizte Hautstellen und bilden einen Schutzfilm, den Krankheitserreger nur schwer passieren können – eine tolle Wirkung, die sich zum Beispiel auch Isländisch Moos Lutschpastillen bei Reizhusten zunutze machen. 
  • Weitere Wirkstoffe: Die medizinische Wirkung der Pflanze beruht unter anderem auf ihren Flavonoiden, ätherischen Ölen, Speicherstoffen, Sterolen, Steroiden, Zimtsäurederivaten und Steroidsaponinen. 

 

Wirkung und Verwendung: Warum sich die Einnahme von Bockshornklee lohnt 

Bockshornklee eignet sich sowohl für die innere als auch äußere Anwendung. Hier erfahren Sie, wofür die Pflanze zum Einsatz kommen kann und was es bei der Dosierung zu beachten gibt. 

1. Bockshornklee in der Ernährung 

In der Küche brilliert Bockshornklee vor allem in indischen Gerichten und Currymischungen. Genauso gut passt das würzig-herbe Aroma zu Käse, Gemüseeintöpfen, Linsengerichten, Fladenbrot und verschiedenen Fleischsorten wie Lamm, Schwein und Rind. Weil Bockshornklee sehr intensiv schmeckt, genügen bereits kleine Mengen zum Abrunden von Speisen. Neben einer geschmacklichen Verfeinerung profitieren Sie gleichzeitig von den zusätzlichen Nährstoffen des Pulvers. 

2. Bockshornklee für Pferde, Hunde und andere Tiere 

Bockshornklee kann Hunden und Pferden zugefüttert werden – zur Behandlung leichter Beschwerden oder um ihren Speiseplan mit wertvollen Nährstoffen anzureichern. Wichtig ist hier die Absprache mit dem Tierarzt und eine langsame Steigerung der Dosierung. Beobachten Sie währenddessen, ob Ihr Tier Anzeichen einer Unverträglichkeit zeigt. 

Weil Bockshornkleesamen dopingrelevant sind, sollten sie bei Pferden 48 Stunden vor einem Turnier nicht mehr im Futtertrog landen. Absolut tabu sind sie zudem für Katzen und tragende Tiere. Bockshorn wirkt giftig auf Stubentiger und ruft ggf. Gebärmutterkontraktionen hervor.  

3. Natürlich schön: Bockshornklee für Haut und Haar 

Äußerlich angewendet soll Bockshornklee trockene Haut, Schuppen, stumpfes Haar, Haarausfall und Reizungen lindern – indem er Haut und Haar mit wertvollen Nährstoffen versorgt und sich dank seiner Schleimstoffe schützend über das Gewebe legt. Als Haut- und Haarmittel kommt der Klee bereits seit Jahrhunderten zum Einsatz: Schon Hildegard von Bingen schätzte die äußere Anwendung. 

4. Eignen sich die Samen zum Abnehmen?

In manchen Publikationen wird Bockshornklee als tolles Abnehmmittel gepriesen. Ganz so leicht funktioniert es leider nicht – die Pflanze verbrennt weder Fett, noch kurbelt sie den Stoffwechsel an. Allerdings kann der herb-bittere Geschmack von Bockshornklee-Tee ggf. den Appetit auf Süßes ein wenig im Zaum halten. 

Anwendung: Pulver, Kapseln, Tee 

Um von Inhalts- und Wirkstoffen des Bockhornklees zu profitieren, stehen Ihnen zwei Darreichungsformen zur Verfügung: Pulver und ganze Samen. Die Pflanze schmeckt bitter-herb – deswegen können Kapseln mit gemahlenen Samen eine tolle Wahl sein. Auf diese Weise nehmen Sie die wertvollen Nährstoffe geschmacksneutral auf, ohne größere Mengen des Pulvers pur verzehren zu müssen.

Darüber hinaus sind Pulver bzw. Kapseln besonders einfach in der Anwendung. Ungemahlene Samen sollten zunächst kräftig erhitzt werden, zum Beispiel durch das Rösten in einer Pfanne. Um an die ätherischen Öle zu gelangen, empfiehlt sich anschließend die Zerkleinerung im Mörser. 

Dosierung und Nebenwirkungen – das sollten Sie beachten 

Nebenwirkungen treten in der Regel keine auf. In seltenen Fällen können sich allergische Reaktionen bemerkbar machen – zum Beispiel durch Hautausschlag und Rötungen. Weil die Pflanze Gebärmutterkontraktionen auslösen kann, sollte sie nicht während einer Schwangerschaft zum Einsatz kommen oder während einem aktuell bestehenden Kinderwunsch. Eine Überdosierung äußert sich durch Magen-Darm-Probleme. 

Eine innere Anwendung von 6 Gramm Bockshornkleepulver pro Tag gilt für Erwachsene als unbedenklich. Wirkungen zeigt die Pflanze jedoch bereits bei niedrigeren Dosierungen. 

Drei Rezepte für Haut und Haar 

1. Haarpflegepackung gegen Schuppen, Haarausfall und trockene Haut 

Verrühren Sie drei Teelöffel gemahlene Bockshornkleesamen mit einigen Tropfen schwarzen Tee – es sollte eine dickflüssige Masse entstehen. Lassen Sie diese eine Stunde quellen. Anschließend einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen und ohne Shampoo ausspülen. Gerne einmal die Woche wiederholen. 

2. Umschlag für gestresste Haut 

Für kleinere Hautreizungen oder trockene Hautstellen können Sie gemahlene Bockhornkleesamen mit kochendem Wasser zu einem dünnflüssigen Brei vermengen. 15 Minuten quellen lassen, auf einen Baumwolllappen streichen und diesen auf die entsprechende Hauptstelle legen. 

3. Tee für die innere Anwendung 

Mischen Sie 0,5 Gramm Bockshornkleesamen mit 150 Milliliter kaltem Wasser. Zwei Stunden ziehen lassen und anschließend mit einem Papierfilter abseihen. Bei Bedarf erwärmen. Der Tee eignet sich auch hervorragend als Haarspülung für mehr Glanz und weniger Spliss. Nicht ausspülen und Haare wie gewohnt trocknen. 

Bockshornklee richtig lagern 

Bewahren Sie Bockshornklee vor Licht geschützt und trocken auf – zum Beispiel in einem Schrank oder einer Schublade. Ansonsten können sich ätherische Öle und andere Wirkstoffe verflüchtigen.

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